Brasserie De Montelly Erobert 2026 Die Deutschschweiz – Und Mischt Die Bierkultur Neu Auf

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brasserie de montelly, die kleine Lausanner Brauerei mit dem grossen Namen, ist im Frühling 2026 nicht mehr aus der Schweizer Bierszene wegzudenken. Was einst als Geheimtipp unter Genfer- und Waadtländer Bierliebhabern begann, hat sich in nur drei Jahren zu einer regelrechten Bewegung entwickelt. Wer heute ein kühles, hopfenbetontes IPA oder ein dunkles, malziges Stout sucht, stösst unweigerlich auf das markante Etikett mit dem Mont-Blanc-Motiv. Die Zahlen sprechen Bände: Über 200 Verkaufsstellen in der Romandie, ein brandneuer Sudkessel mit doppelter Kapazität und ein Exportanteil, der selbst die kühnsten Prognosen übertrifft. Doch hinter dem Erfolg steckt nicht nur Marketing – es ist die pure Leidenschaft fürs Handwerk, die dieses Bier so besonders macht.

Der Duft von frisch gemahlenem Malz und die surrende Abfüllanlage sind heute Alltag im Quartier Montelly, wo die Brauerei in einer umgebauten Industriehalle residiert. Vor fünf Jahren träumte Gründerin Céline Morel von einem Bier, das Charakter hat, ohne in die Bitter-Falle zu tappen. Ihre Antwort: ein Sortiment, das vom klassischen Helles bis zum experimentellen Yuzu-Sour reicht. Und dann, im März 2026, der Coup: Die brasserie de montelly kündigte an, erstmals in die Deutschschweiz zu expandieren – mit einem eigenen Ausschank in Zürich West und Listings bei Coop und Manor. Der Schritt ist mutig, aber die Nachfrage gibt Morel recht. Schon jetzt melden Ostschweizer Bars ausverkaufte Fässer.

Vom Hobbykeller zur Kultmarke: Die Geschichte der Brasserie de Montelly

2017 war das Jahr, in dem Céline Morel und ihr Bruder Julien in einer Garage im Lausanner Stadtteil Montelly die ersten 50-Liter-Sude brauten. Die Rezepte stammten aus einem abgegriffenen Notizbuch, das Julien während eines Praktikums in einer englischen Microbrewery gefüllt hatte. Die ersten Biere – ein helles Pale Ale und ein dunkles Bockbier – verschenkten sie an Nachbarn. Die Reaktionen waren so euphorisch, dass die beiden 2019 einen Kickstarter starteten, um eine professionelle Anlage zu finanzieren. Was folgte, war ein steiniger Weg: Die Pandemie zwang sie, auf Online-Verkauf und Hauslieferungen zu setzen. Doch genau das machte die Marke bekannt. Bis 2024 war die Brasserie de Montelly aus der Westschweizer Gastro-Szene nicht mehr wegzudenken. Heute beschäftigt das Unternehmen 14 Mitarbeitende und produziert wöchentlich 8 000 Liter.

Die neuen Biere 2026: Ein Feuerwerk der Aromen

Pünktlich zur Expansionsoffensive lanciert die Brauerei im April 2026 drei neue Sorten, die selbst skeptische Bierpuristen überzeugen sollen. Das «Zürichsee IPL» ist ein India Pale Lager mit Cryo-Hopfen aus Neuseeland – hell, spritzig und mit einer fruchtigen Nase nach Mango und Maracuja. Dazu kommt das «Montelly Dampfbier», eine Hommage an die traditionelle Schweizer Braukunst, bei der obergärige Hefe und Gerstenmalz ein samtiges, leicht würziges Profil zaubern. Der dritte Neuzugang ist das «Alpen-Rauchbier», das mit über Buchenholz geräuchertem Malz ein Campingfeuer-Feeling ins Glas bringt – gedacht als Begleiter zu Käse und Schokolade. Alle drei Biere werden in der charakteristischen 0,33-Liter-Flasche mit dem geprägten Etikett verkauft, das mittlerweile Sammlerwert hat.

Nachhaltigkeit als Brauphilosophie: Mehr als nur ein Marketing-Gag

Wer die Brasserie de Montelly besucht, merkt sofort: Hier wird nicht nur von grünem Bier geredet, es wird gelebt. Die gesamte Produktion läuft seit 2025 mit 100 % Ökostrom aus Schweizer Wasserkraft. Der Treber, der beim Maischen anfällt, geht an einen lokalen Bio-Bauern, der daraus Tierfutter macht. Sogar das Abwasser der Kühlung wird in einem Kreislaufsystem wiederverwendet. Krönung ist die neue Verpackung: Die Flaschen sind aus 70 % Altglas, und die Etiketten bestehen aus kompostierbarem Steinpapier. Céline Morel sagt dazu: «Wir wollen nicht die grösste Brauerei sein, aber die ehrlichste.» Für diese Haltung gab es im Februar 2026 den «Swiss Green Business Award» – eine Auszeichnung, die normalerweise an Grosskonzerne geht.

Expansion in die Deutschschweiz: Ein Sprung ins kalte Bier

Der Zürcher Standort im Kreis 4, direkt am Langstrassenquartier, ist mehr als ein gewöhnlicher Pub. Neben 12 Zapfhähnen mit allen Montelly-Bieren bietet die Brauerei dort auch eine Schau-Sudanlage im Schaufenster. Passanten können live zusehen, wie das nächste Lager entsteht. «Wir wollen die Romandie und die Deutschschweiz zusammenbringen – mit Bier als Brücke», erklärt Morel. Die ersten Wochen übertrafen alle Erwartungen: An Samstagen musste die kleine Küche schon nachmittags schliessen, weil die Rösti und das Bierbrot ausverkauft waren. Entscheidend für den Schritt war die Partnerschaft mit einem Grossverteiler: Ab Mai 2026 stehen die Biere in 150 Coop-Filialen zwischen Basel und St. Gallen. Ein Novum für eine Westschweizer Microbrewery.

Auszeichnungen und internationale Anerkennung

Bereits 2023 räumte das «Montelly Stout» beim World Beer Award in London Gold ab. 2024 folgte der Sieg beim European Beer Star in der Kategorie «Session IPA». Doch 2026 scheint das Jahr der Superlative zu werden: Im Januar wurde die Brauerei in die renommierte «Top 10 European Craft Breweries»-Liste des Fachmagazins «Beer Connoisseur» aufgenommen – als einzige Schweizer Brauerei. Die Jury lobte besonders die «messerscharfe Ausrichtung auf terroir-bewusste Zutaten» und die «mutige Interpretation traditioneller Stile». Solche Auszeichnungen machen sich bezahlt: Exporte nach Deutschland, Frankreich und sogar Japan laufen an. Das Montelly-Team bleibt dennoch bodenständig. «Wir haben noch nicht mal einen Firmenwagen», lacht Julien Morel.

Wo kann man die Biere kaufen? Ein Guide für Geniesser

Wer die Brasserie de Montelly verkosten will, hat 2026 mehr Optionen denn je. In der Westschweiz findet man das Sortiment in über 200 Gastrobetrieben – vom Sternerestaurant in Genf bis zur Bergbeiz in Verbier. In der Deutschschweiz sind es aktuell 80 Bars und Restaurants, die mindestens eine Sorte führen. Die eigenen Standorte in Lausanne und Zürich bieten Führungen und Degustationen an, die zwei Wochen im Voraus ausgebucht sind. Online kann man das gesamte Sortiment bestellen, inklusive exklusiver «Brewer’s Reserve»-Editionen, die es nur in limitierter Stückzahl gibt. Und wer einfach nur ein Sixpack für den Grillabend sucht, wird ab Mai bei Coop fündig – das «Montelly Helles» im praktischen 4er-Pack für unter 12 Franken.

Zukunftspläne: Was bringt 2027 für die Brasserie de Montelly?

Stillstand ist nicht Morels Sache. Schon jetzt wird hinter den Kulissen an einem alkoholfreien IPA getüftelt, das nicht nach Kompromiss schmecken soll. «Wir wollen die Leute überraschen, die denken, alkoholfreies Bier sei langweilig», sagt die Braumeisterin. Zudem ist eine Kooperation mit einem Emmentaler Käser in Planung, um ein Bier zu brauen, das mit Heu und Kräutern aus der Region aromatisiert wird. Und die nächste grosse Expansion? Ein Standort in Berlin wird geprüft. Doch bis dahin gilt: Am 1. August 2026 feiert die Brauerei ihr grosses «Montelly-Fest» in Lausanne – mit Live-Musik, Foodtrucks und einem Fass, das nur für diesen Tag angestochen wird. Ein guter Grund, das Bier aus Montelly endlich selbst zu probieren.

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