Abbey Lee Brazil: Wie Das Supermodel 2026 Brasiliens Mode- Und Filmszene Neu Erfindet
abbey lee brazil – der Name hallt dieser Tage durch die Gassen von São Paulos Künstlerviertel Vila Madalena, während das australische Model mit einem müden, aber zufriedenen Lächeln aus einem rostigen VW-Bus steigt. Es ist ein ungewöhnlich kühler Morgen im Februar 2026, und Abbey Lee Kershaw, bekannt aus unzähligen Gucci-Kampagnen und Mad Max: Fury Road, hat nicht etwa eine Fashion Week im Visier, sondern eine kleine Schneiderei, die mit recycelten Fischernetzen experimentiert. Die 38-Jährige wirkt geerdet, fast unscheinbar in ihrem schwarzen Leinenoverall, doch sobald sie spricht, füllt sich der Raum mit jener rauen, intellektuellen Energie, die sie von anderen Models unterscheidet. Ihr Aufenthalt in Brasilien ist kein PR-Gag – er ist der Auftakt zu einem mehrjährigen Projekt, das Mode, Film und Aktivismus auf eine Weise verbindet, wie man es selbst in den hypervernetzten 2020ern selten sah.
Nur wenige Wochen zuvor hatte kaum jemand mit abbey lee brazil gerechnet. Die Karriere der Australierin schien nach einer Reihe von Indie-Filmen und einer vielbeachteten Rolle in einer dystopischen HBO-Serie abzuflachen. Doch dann tauchte ein verstörend schöner Kurzfilm auf Instagram auf: Abbey Lee, schwebend in einem Kleid aus Bananenfasern, vor den Wasserfällen von Foz do Iguaçu. Der Clip, gedreht vom brasilianischen Avantgarde-Regisseur João Pimenta, erreichte innerhalb von 48 Stunden 14 Millionen Aufrufe und löste eine Welle von Spekulationen aus. War es ein neuer Werbespot? Ein Musikvideo? Wie sich jetzt herausstellt, ist es der visuelle Teaser für ein Multimedia-Projekt namens "Trama", das Mode, Handwerk und den Schutz des Atlantischen Regenwalds vereint. Abbey Lee, so scheint es, hat Brasilien nicht nur bereist – sie hat es sich einverleibt.
Ankunft in São Paulo: Ein Superstar im urbanen Chaos
Der Flughafen Guarulhos ist ein Schmelztiegel aus verschwitzten Geschäftsleuten und wankenden Touristen, doch als Abbey Lee durch die Zolltür trat, trug sie eine abgewetzte Ledertasche und eine Sonnenbrille, die ihre Augenpartie kaum verdeckte. Kein Sicherheitsdienst, keine Assistenten. Sie fuhr mit einem Uber in die Innenstadt und checkte in einem kleinen, von Künstlern geführten Hotel in der Rua Augusta ein. In den darauffolgenden Tagen wurde sie in einer Samba-Bar in Pinheiros gesichtet, wie sie Caipirinha mit Cachaça aus einer unscheinbaren Flasche trank und mit Einheimischen über die Gentrifizierung des Viertels diskutierte. Ein Kellner, der sie erkannte, sagte später: "Sie sprach ein paar Brocken Portugiesisch, lachte laut und tippte die ganze Zeit auf ihrem Handy herum. Sie wirkte nicht wie ein Model, sondern wie eine Journalistin, die undercover recherchiert."
Nachhaltige Mode: Abbey Lees brasilianische Kooperation mit Artesãs
Das Herzstück von "Trama" ist eine Kollaboration mit zwölf Kunsthandwerkerinnen aus dem Bundesstaat Minas Gerais, die traditionelle Häkel- und Webtechniken mit modernem Design verbinden. Abbey Lee entwarf gemeinsam mit ihnen eine 15-teilige Kollektion, die vollständig aus biologisch angebauter Baumwolle, recyceltem PET und Naturfasern wie Buriti-Palme besteht. "Kein Polyester, kein Greenwashing", betonte sie in einem kurzen Statement gegenüber der Presse. Die erste Pop-up-Präsentation in einem verlassenen Lagerhaus in Belo Horizonte war binnen Stunden ausverkauft – die Preise reichten von umgerechnet 80 Franken für ein einfaches Top bis zu 1200 Franken für ein handbesticktes Kleid. Schweizer Modefans, die sonst auf Zürichs Bahnhofstrasse flanieren, könnten hier ins Grübeln kommen: Ist Luxus nicht viel wertvoller, wenn er Geschichten von Widerstand und Handwerk erzählt?
Filmprojekt im Amazonas: Ein Drehbuch, das die Lunge der Welt schützt
Während die Modekollektion bereits für Furore sorgt, bleibt der Filmteil des Projekts noch weitgehend unter Verschluss. Bekannt ist, dass Abbey Lee im Oktober 2025 für drei Wochen ins Amazonasbecken reiste, um Szenen für einen Spielfilm zu drehen, der den illegalen Holzeinschlag und die Vertreibung indigener Gemeinschaften thematisiert. Regie führt nicht etwa Pimenta, sondern die peruanisch-brasilianische Filmemacherin Lucía Huamán, die mit ihrem Dokumentarfilm "Río de Sombras" 2024 einen Oscar gewann. Abbey Lee spielt eine Entomologin, die in einem abgelegenen Forschungscamp ein Netzwerk aus Umweltaktivisten aufdeckt – und dabei selbst in Gefahr gerät. Ein Crewmitglied verriet: "Sie kletterte ohne Double auf einen 40 Meter hohen Kapokbaum und bestand darauf, die Szenen mit echten Insekten zu drehen. Es war erschreckend und faszinierend zugleich."
Abbey Lee und die Street-Art-Szene von Rio de Janeiro
Ein Nebenschauplatz, der für Schweizer Betrachter besonders spannend sein dürfte, ist Abbey Lees plötzliche Leidenschaft für brasilianische Graffiti-Kunst. In Rio de Janeiro traf sie den Künstler Bruno Big, der mit seinen monochromen Wandgemälden in der Favela da Maré internationale Aufmerksamkeit erregte. Gemeinsam bemalten sie eine 200 Quadratmeter große Fassade mit Motiven, die das Model und exotische Vögel in surrealen Posen zeigen. Das Werk, das ironisch "Swiss Dream" getauft wurde – eine Anspielung auf die sterile Perfektion der Alpenwelt –, sorgte in den sozialen Medien für hitzige Debatten. Kunstkritiker aus Genf und Basel meldeten sich zu Wort, einige lobten die Symbolik, andere nannten es kulturelle Aneignung. Abbey Lee selbst konterte auf Instagram: "Ich bin Gast in diesem Land, nicht Besitzer. Jede Farbe, die ich sprühe, ist ein Gespräch, kein Statement."
Was die Schweiz von Abbey Lees Brasilien-Trip lernen kann
Für ein Publikum in der Schweiz, das mit Nachhaltigkeitsdebatten und Luxusmarken vertraut ist, wirkt Abbey Lees Ansatz wie ein Schock. Während hiesige Modelabels oft mit Zertifikaten und technischen Innovationen glänzen, setzt sie auf direkte Begegnung und die Poesie des Unperfekten. Ein Genfer Textilingenieur, der die Kollektion analysierte, stellte fest: "Die Stoffe sind nicht so makellos wie unsere heimischen Hightech-Fasern, aber sie haben eine Seele. Das ist etwas, das wir in der Schweiz mit unserer Präzision manchmal vergessen." Auch touristisch könnte das Projekt Impulse setzen: Brasilien-Reisen, die Kunsthandwerk und Regenwald miteinander verknüpfen, erleben bereits einen Anstieg von Buchungen aus der Schweiz. Abbey Lee, unfreiwillig zur Reisebotschafterin geworden, sagt dazu nur: "Ich will, dass die Leute den Dschungel hören, nicht nur fotografieren."
Exklusives Interview: "Brasilien hat mir den Spiegel vorgehalten"
In einem seltenen Moment der Ruhe, in einem Café in Salvador da Bahia, das nach Acarajé und altem Kaffee roch, sprach Abbey Lee offen über ihre Beweggründe. Sie trug ein selbstgefärbtes Kleid, das von einer der Handwerkerinnen genäht worden war, und ihre Finger waren mit silbernen Ringen überzogen. "Ich war es leid, in kalten Studios zu stehen und für Dinge zu posieren, die niemand braucht", sagte sie und rührte in ihrem Espresso. "Brasilien war wie ein Schrei. Die Hitze, das Chaos, die Armut, die Schönheit – es hat mich gezwungen, mich selbst zu fragen: Was willst du hinterlassen?" Sie sprach über ihre ersten Modeljobs in Mailand, die Einsamkeit des Ruhms und die Erkenntnis, dass Mode ohne Haltung hohl ist. Auf die Frage, ob sie dauerhaft in Brasilien bleiben werde, lachte sie: "Ich habe ein Haus in den Bergen von Minas gekauft. Aber ich werde immer zwischen den Welten pendeln. Vielleicht auch in die Schweiz – ich habe gehört, ihr habt gute Berge zum Nachdenken."
Zukunftspläne: Von Brasilien in die Welt – und ein Schuh für den Alltag
Das Projekt "Trama" soll 2027 mit einer Wanderausstellung durch Europa touren, die erste Station wird das Museum für Gestaltung in Zürich sein. Zudem arbeitet Abbey Lee mit einem kleinen Schuhlabel aus Lausanne an einer Linie von veganen Sandalen, die auf brasilianischen Corredor-Vorbildern basieren. Die Kollektion trägt den Titel "Pé no Chão" (Fuss auf dem Boden) und wird mit Handelsketten aus fairem Anbau versehen. Für die Schweiz, die als Konsumland mit hohem ökologischen Fussabdruck gilt, könnte das ein Signal sein: Schönheit und Ethik lassen sich vereinen, wenn man bereit ist, über den eigenen Laufsteg hinauszublicken. Abbey Lee Brazil, dieser ungewöhnliche Mix aus Star und Suchender, hat bewiesen, dass eine Reise mehr sein kann als ein Instagram-Moment – sie ist der Stoff, aus dem die Zukunft gemacht wird.
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