Alexandria Zahra Jones: Die Leise Macht Hinter Bowies Erbe – Und Ihr überraschendes Schweizer Doppelleben

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alexandria zahra jones sitzt an einem Holztisch im Café Odeon in Zürich, die Hände um eine Tasse Milchkaffee gelegt, und lächelt schüchtern, wenn man sie auf ihren berühmten Vater anspricht. Es ist ein warmer Mittwoch im Mai 2026, und die 26-Jährige wirkt kein bisschen wie jemand, der mit einem der größten musikalischen Vermächtnisse des 20. Jahrhunderts aufgewachsen ist. Kein Bodyguard, keine Allüren. Nur ein altes Notizbuch, ein paar kunsthistorische Skizzen und ein Schweizer Bahnbillett, das aus ihrer Jeanstasche lugt. Dass sie überhaupt zugestimmt hat, sich zu treffen, grenzt an ein kleines Wunder – seit Jahren meidet die Tochter von David Bowie und Iman die Öffentlichkeit konsequent.

Doch hinter der Zurückhaltung verbirgt sich eine konzentrierte Entschlossenheit. alexandria zahra jones hat in den letzten zwei Jahren fast unbemerkt ein Netzwerk aus Künstlern, Kuratoren und sozialen Projekten in der Schweiz geknüpft. Nicht etwa, um vom Ruhm ihrer Eltern zu zehren, sondern um eine eigene, überraschend politische Stimme zu entwickeln. Die Geschichte, die sich an diesem Tisch entfaltet, handelt von Diskretion, kulturellem Brückenbau und einem stillen Aktivismus, der perfekt in die helvetische Zurückhaltung passt – und doch international Wellen schlägt.

Vom Bowieschen Kosmos ins Basler Kunstlabor

Wer sich fragt, warum ausgerechnet die Schweiz zum zweiten Zuhause der jungen Jones wurde, muss einen Blick auf die Kunstszene werfen. Basel, das globale Epizentrum für zeitgenössische Kunst, zog Alexandria schon während ihres Studiums der Kunstgeschichte an der New Yorker Columbia University an. „Mein Vater sammelte leidenschaftlich – nicht als Investment, sondern aus purer Neugier“, erzählt sie, während sie die Skizze einer Installation aus recyceltem Bühnenmaterial zeigt. Die Bowie-Sammlung, die 2016 für Schlagzeilen sorgte, ist heute in einer Stiftung aufgegangen, die Alexandria leise mitbetreut. In Basel kuratierte sie letztes Jahr eine geheime Pop-up-Ausstellung unter dem Pseudonym „Z. Jones“ – erst nach der Schliessung sickerte durch, wer dahintersteckte. Die Kunstwelt horchte auf.

Ein transatlantischer Pendler zwischen New York und Genf

Ihr Leben gleicht einem logistischen Meisterwerk. Montagfrüh ein Meeting mit einer Genfer Uhrenmanufaktur, die nachhaltige Materialien testen will, mittwochs ein Video-Call mit einer New Yorker Galerie, freitags ein Workshop mit Jugendlichen in einem Zürcher Gemeinschaftszentrum. „Ich bin nicht auf der Flucht vor dem Bowie-Erbe“, sagt sie. „Ich will es transformieren – in etwas, das mit der Gegenwart atmet und nicht nur zurückschaut.“ Die Uhrenmanufaktur, anonyme Quellen bestätigen es, arbeitet an einer limitierten Uhr, deren Erlös in die psychische Gesundheit von Kreativen fliessen soll – ein Thema, das Alexandria seit dem Tod ihres Vaters vor zehn Jahren nicht loslässt.

Der stille Aktivismus der Alexandria Jones

In der Schweiz hat sie eine gemeinnützige Organisation mitgegründet, die sich um die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen bei jungen Kunstschaffenden kümmert. Der Name: „Low Spark“ – eine Anspielung auf einen Songtitel? Alexandria lächelt nur und wechselt das Thema. Tatsächlich finanziert die Stiftung bereits ein Dutzend Stipendien für Studierende an Schweizer Kunsthochschulen, die mit Burnout oder Depressionen kämpfen. „In der Kreativbranche wird immer noch so getan, als gehöre Leid zum Prozess“, sagt sie. „Dabei ist es oft einfach nur ein stilles Sterben, das niemand sieht.“ Ihre Worte haben Gewicht, weil sie nicht theoretisch klingen, sondern aus einer Familiengeschichte kommen, die von öffentlicher Ekstase und privaten Abgründen geprägt ist.

Ein Mode-Coup mit Zürcher Label

Fast unbemerkt von der internationalen Presse launchte Alexandria Jones im Frühjahr 2026 eine Mini-Kapselkollektion mit einem Zürcher Eco-Label. Die Stücke – übergrosse Blazer aus recycelter Wolle, bestickt mit handgeschriebenen Bowie-Textfragmenten – waren innerhalb von 48 Stunden ausverkauft. Der Clou: Der gesamte Gewinn ging an die Schweizer Berghilfe, kombiniert mit einem Mentoring-Programm für junge Designer aus Bergregionen. Die Modekritikerin der NZZ schrieb von einem „seltenen Moment, in dem Celebrity-Kapital tatsächlich strukturell wirkt“. Alexandria selbst winkt ab: „Das war nur ein Testballon. Ich lerne noch, wie man Dinge so macht, dass sie nicht nur glitzern, sondern auch greifen.“

Zwischen Englischem Garten und Zürichsee: Ein Porträt in Alltäglichkeit

Wenn sie nicht öffentlich auftritt, lebt Alexandria Jones in einer kleinen Altbauwohnung in Zürich-Wiedikon. Nachbarn beschreiben sie als „unauffällig und höflich“, die im Sommer oft mit einem Kajak auf dem See unterwegs ist. Einmal habe sie einem älteren Ehepaar geholfen, eine Katze vom Baum zu retten – ohne dass diese wussten, wen sie vor sich hatten. „Die Schweiz gibt mir etwas, das ich in New York oder London nie gefunden habe: die Möglichkeit, einfach nur Alexandria zu sein, ohne ständig die Tochter von jemandem zu sein.“ Dieses Zitat fällt beiläufig, aber es ist der Schlüssel zu ihrem ganzen Dasein.

Was kommt nach der Stille? Ein Blick ins Jahr 2027

Für 2027 ist ein grösseres Projekt geplant: ein Dokumentarfilm über marginalisierte Kunstszenen, den sie mit einem Schweizer Regisseur koproduziert. Die Dreharbeiten sollen in Genf, Zürich und einem abgelegenen Bündner Tal beginnen. Auch ein Buch, das persönliche Briefe ihres Vaters mit kunsttheoretischen Reflexionen verbindet, ist in Arbeit. Die Rechte verwaltet sie selbst, ohne grossen Verlag im Rücken. „Ich will nicht, dass das ein Spektakel wird. Es soll ein Gespräch sein – leise, aber eindringlich.“ Wer Alexandria Zahra Jones an diesem Nachmittag im Odeon zuhört, spürt: Dieses Gespräch hat gerade erst begonnen. Und es wird noch lange nachhallen.

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